Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen

Spielfilm – 94 min., PL/ISR 2015
Ein Film von Marcin Wrona

Vor kurzem ist es zwischen Israel und Polen zu einem Eklat gekommen. Der Auslöser ist ein polnisches Gesetz, das es nicht nur unter Strafe stellt, von „polnischen Todeslagern“ zu sprechen, sondern auch – und hier wird es ja erst brisant – der „polnischen Nation oder dem polnischen Staat“ eine Mitveranwortung an den Verbrechen der Deutschen zu zusprechen. In Zukunft könnte also strafrechtlich belangt werden, wer über diejenigen Polen spricht, die zwischen 1939 und 1945 ihre jüdischen Nachbarn an die Deutschen verraten oder gleich in eine Scheune gesperrt und verbrannt haben. Währenddessen legte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in München einen Kranz für eine extrem-rechte polnische Partisaneneinheit, die mit den Deutschen kollaboriert hatte, nieder und spricht gar von jüdischen Tätern.

Dass Marcin Wrona für seinen Film öffentliche Filmförderung bekommen hat, zeigt, dass die Rechte in Polen (zumindest vor zwei Jahren noch) nicht die komplette Deutungsmacht über Polens jüngere Geschichte hat(te). Denn Wronas Film zeichnet ein düsteres Bild der polnischen Dorfgemeinschaft, die sich auf der Hochzeit von Piotr und Żaneta eingefunden hat. Von der dunklen Geschichte des Hauses (nebst Scheune), das die beiden von Żanetas Vater geschenkt bekommen haben, will sie nichts wissen, die brüchige Stimme des alten jüdischen Dorflehrers bleibt ungehört. Dass Piotr sich während der Hochzeit immer merkwürdiger verhält, lässt sich jedoch kaum verbergen: Ein Dibbuk, ein jüdischer Totengeist, hat von ihm Besitz ergriffen.

Das 1920 uraufgeführte Theaterstück „Der Dibbuk“ von Salomon An-Ski gilt als Klassiker der jiddischen Literatur, wurde 1937 von Michał Waszyński verfilmt und gilt als das Schlüsselwerk jüdischer Kultur des vergangenen Jahrhunderts. Kann der Film von 1937 noch als Parabel über die nicht vorhandene jüdische Zukunft in Polen verstanden werden, ist Wronas Film eine über den polnischen Umgang mit dem Holocaust. Nach „Pokłosie“ (2012) und „Ida“ (2013) der dritte polnische Film, der sich diesem Thema in jüngerer Zeit angenommen hat.

Warum das Thema nicht erst seit dem Regierungsantritt der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in weiten Kreisen der polnischen Gesellschaft so viel Ablehnung erfährt, hat auch mit einem jahrhundertelang kultivierten Selbstverständnis der polnischen Nation als Opfer fremder Mächte zu tun. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren modifiziert. Es wird nun die gemeinsame Opferschaft von Polen und Juden betont und ein besonderes Augenmerk auf diejenigen Polen gelegt, die ihren jüdischen Nachbarn halfen – ein hierzulande ja auch sehr beliebtes Thema.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Filmen hat „Dibbuk“ jedoch kaum negative Reaktionen in Polen selbst hervorgerufen, was vermutlich auch an den Umständen seines Erscheinens lag: Marcin Wrona hat sich am 19. September 2015 während eines Filmfestivals in Gdynia, auf dem der Film seine polnische Premiere feierte, in seinem Hotelzimmer erhängt.

© Telewizja Polska 2015

Bubis – das letzte Gespräch

Dokumentation – 45 min., D 2017
Ein Film von Johanna Behre und Andreas Morell

„Im öffentlichen Bewußtsein ist die Verantwortung für Auschwitz nicht verankert. Jeder in Deutschland fühlt sich verantwortlich für Schiller, für Goethe und für Beethoven, aber keiner für Himmler.“

(Ignatz Bubis)

TV-Dokumentation, basierend auf einem Interview, das Ignatz Bubis, damaliger Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, kurz vor seinem Tod im Sommer 1999 dem Wochenmagazin Stern gegeben hatte. Kennzeichnend für dieses Interview war vor allem die tiefe Enttäuschung über die deutsche Wirklichkeit nach der Wiedervereinigung, zu der Ignatz Bubis, allen antisemitischen Anfeindungen zum Trotz, als einer der Wenigen immer wieder deutlich wahrnehmbar Stellung bezog: Zum nationalistischen Furor, der sich in rassistischen Gewaltwellen Bahn brach, der geistigen Brandstiftung aus Teilen der Eliten, dem politischen Zurückweichen vor dem deutschen Mob und den unsäglichen Schlussstrichdebatten um die „Dauerrepräsentation unserer Schande“ und die „Moralkeule Auschwitz“. Dabei lag Bubis‘ Tragik als Überlebender der Shoah vor allem im Insistieren auf Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die sich von ihm wahlweise als „reichem jüdischen Spekulanten“ oder „als Israeli, als Ausländer, als Fremder, als Gast“ mehrheitlich belästigt fühlte.
Hermann L. Gremliza, mit dem Bubis im Jahr 1999 ebenfalls ein letztes Gespräch für das Monatsmagazin konkret führte, spitzte Bubis‘ Wirken in einem Nachruf folgendermaßen zu: „Immer wieder hat Bubis Alarm geschlagen, immer wieder hat er, uns zur Enttäuschung und zum Ärger, eine halbe Entwarnung hinterhergeschickt und die Zahl der deutschen Antisemiten auf ein den Landsleuten, ihren Leitartiklern und ihren Politikern genehmeres Maß heruntergerechnet. Mit zehn oder zwanzig Prozent potentieller Mörder, das wußte er, können die gut leben.“. Kurz vor Lebensende wich aber auch bei Ignatz Bubis die Hoffnung einer müden wie quälenden Einsicht. Sein viel zitiertes Fazit „Ich habe (fast) nichts erreicht.“ wie auch Gremlizas Zuschreibung, womit die gut leben könnten, bestätigt sich bis in die Gegenwart. Dementsprechend ist Bubis‘ Entscheidung, sich nicht in Deutschland, sondern in Israel begraben zu lassen, konsequent. Eine würdige Geste an eine durch und durch verkommene Gesellschaft.

Regressiver Antikapitalismus meets Täter-Opfer-Umkehr: Deutsche
Linke demonstrieren für Fassbinders Der Müll, die Stadt und der Tod
| © AVEpublishing, HR, NDR, RBB 2017

Der Letzte der Ungerechten

Dokumentation – 218 min., F 2013
Ein Film von Claude Lanzmann

Im Rahmen seines Filmes „Shoah“ (1985) führte Claude Lanzmann 1975 ein langes Interview mit Benjamin Murmelstein, dem überlebenden, letzten sog. „Judenältesten“ des Ghetto Theresienstadt. Letztendlich entschied er sich aber dagegen, das Material in „Shoah“ zu verwenden, denn, so Lanzmann in einem Interview, „Shoah“ sei „ein Film in Erzählform, der allgemeine Ton ist von einer schrecklichen Tragik. Wenn man Benjamin Murmelstein zuhört, merkt man, dass das nicht zu ihm passt. Er ist von einem anderen Schlag.“ In ihrem „Bericht von der Banalität des Bösen“ über den Eichmann-Prozess bezeichnete Hannah Arendt Leute wie Murmelstein als „Verräter“, einem Urteil, dem Gershom Scholem entschieden widersprach. In einem Punkt war er jedoch mit Arendt einig: „Gewiss, […] Murmelstein in Theresienstadt hätte […] verdient, von den Juden gehängt zu werden.“ Hätte man Murmelstein vor Gericht in Jerusalem als Zeugen geladen, so hätte dieser davon berichten können, dass Eichmann, den Arendt als „Hanswurst“ bezeichnete, während des Novemberpogroms selbst zur Tat geschritten ist. Lanzmanns Film ist so wichtig, weil er diesem und anderen Fehlurteilen widerspricht. Gleichwohl ist es von einer besonderen Tragik, dass Murmelstein, der 120.000 österreichischen Juden zur Ausreise verholfen hat, seine Rehabilitation nicht mehr erleben durfte. Er starb 1989 ohne je einen Fuß nach Israel gesetzt zu haben, obwohl das seinem Wunsch entsprochen hätte. Lanzmanns Film ist eine späte, aber würdige Rehabilitation dieser beeindruckenden Person.

+ Der Film ist noch bis 22.03.2018 auf der arte-Mediathek abrufbar. +

© Synecdoche, Le Pacte, DOR Film, Les Films Alephe, France 3
Cinéma

Tödliche Rache – Vom Holocaust-Opfer zum Mörder

Dokumentation – 56 Min., ISR 2015
Ein Film von Natalie Assouline Terebilo

Ein gehetztes Atmen, Schüsse peitschen, ein Mensch fällt zu Boden – „Judenjagd“. Die im Stil einer Graphic Novel gehaltene und mit Sound unterlegte gezeichnete Anfangsszene zeigt den jugendlichen Mosche Knebel, wie er Zeuge an dem Mord seines eigenen Vaters wird. 86-jährig begibt sich der Shoah-Überlebende Knebel mit seiner Familie ins östliche Polen, wo er ihr seinen Herkunftsort, Krasnobród und die Wälder der Umgebung zeigt, in denen er sich zunächst vor den Deutschen und den mit ihnen kollaborierenden Polen versteckt hielt. Außerdem berichtet er ihr von seiner dunklen Seite – „The Dark Side“ lautet der im Deutschen wohl nicht sensationslüstern genug klingende englische Titel: Er hatte sich nach Kriegsende vom UB (Urząd Bezpieczeństwa, kommunistische Geheimpolizei im Nachkriegspolen) rekrutieren lassen und Vergeltung geübt einerseits an denjenigen, die für den Tod seiner Familie verantwortlich waren und andererseits an seinen ehemaligen Freunden, die ihn nach seiner Rückkehr nach Krasnobród in einen Hinterhalt gelockt und halb tot geschlagen hatten.
Die Doku wird dieses Jahr erneut zu Anlass des Holocaustgedenktages auf Arte ausgestrahlt, und damit auf jenem deutsch-französischen Sender, der insbesondere im vergangenen Jahr durch tendenziöse Israel-Berichterstattung, sowie den Unwillen, über Antisemitismus zu berichten, aufgefallen ist. Daher darf die, jedenfalls im postnazistischen Deutschland immer auch schuldabwehrende, „Faszination“ für eine vermeintliche „jüdische Rachsucht“ als Entscheidung für die Ausstrahlung zumindest vermutet werden. In der Programmankündigung heißt es dann auch reißerisch: „Im Geheimen beginnt Mosche […] einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen alle, die seine Familie auf dem Gewissen haben. Auge um Auge.“
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“, so wissen Hobbytheologen zu berichten, sei ein biblisches Prinzip, seit alttestamentarischen Zeiten eine Art verbindliche Handlungsanleitung für Juden, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Das Bild des „rachsüchtigen Juden“ ist dabei für Antisemiten jeglicher Couleur von ungebrochener Aktualität. Es findet sich camoufliert als „Israelkritik“ – man werfe nur einen Blick in die Süddeutsche Zeitung oder in die Kolumnen des Jakob Augstein – , als sekundär-antisemitische „Anklage“ an die um finanzielle „Entschädigung“ kämpfenden Shoah-Überlebenden oder eben im wohligen, da schuldentlastenden Gruseln vor den Vergeltung übenden und somit selbst zu Tätern gewordenen Opfern. In der jüdischen Tradition hieß der erwähnte Rechtssatz übrigens „Auge für Auge“ und sollte verhältnismäßige finanzielle Entschädigungen für ein erlittenes Unrecht regeln. In der Übersetzung der Bibel durch den Antisemiten und 2017 aus Anlass der halbtausendjährigen Reformation besonders gefeierten Martin Luther wurde daraus dann „Auge um Auge“.
Wenn Knebel von seiner Zeit bei den russischen Partisanen und später bei der Roten Armee berichtet, fallen Sätze, die für das deutsche Publikum seltsam vertraut klingen dürften: „So lautete der Befehl“, „Wir konnten keine Gefangenen machen“, „Hitler [oder eben wahlweise Stalin] hat genau das gleiche getan“. Der deutsche Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion wurde bereits vor dem Überfall in einer Reihe verbrecherischer Befehle der Wehrmachtsführung ausgearbeitet. Insbesondere die sog. Politkommissare galten als Inbegriff des „Judäo-Bolschewismus“ und somit als zu „vernichtende Träger einer feindlichen Weltanschauung“. In den Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare (Kommissarbefehl) vom 6. Juni 1941 findet sich das Motiv einer spezifischen „Grausamkeit“ der Sowjetsoldaten:

„Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes nach den Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht zu rechnen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller Art als den eigentlichen Trägern des Widerstandes eine haßerfüllte, grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten.“

Dass Politkommissare in der antisemitischen Vorstellung des „Judäo-Bolschewismus“ zumeist jüdisch seien, brauchte hier offensichtlich nicht extra verdeutlicht zu werden, anders in den „Mitteilungen für die Truppe“ der Abteilung Wehrmachtspropaganda.
Die „jüdische Rachsucht“: grausam und haßerfüllt für das OKW, „gnadenlos“ für Arte/ARD.

+++ Bis zum 01.03.2018 in der Arte-Mediathek +++

Mosche Knebel nach dem schweren Angriff auf ihn in Sicherheit beim
UB – für viele Polen nur ein weiterer Beweis für die Existenz einer ver-
meintlichen „Judäo-Kommune“ | © Arte 2015

There Is No Return To Egypt

Dokumentation – 45 min., 2014
Ein Film von Klemens Czyżydło und Eik Dödtmann

„Als 1968 in Polen Studentenproteste für Unruhen sorgten, fand die politische Führung des Landes einen in diesem Zusammenhang abwegigen, jedoch altbewährten Sündenbock. Die Juden seien Schuld an dem Aufruhr im Land, weshalb der kommunistische Parteichef Wladyslaw Gomulka ihnen in einer Rede am 19. März des Jahres unmissverständlich nahelegte, das Land zu verlassen. Sie könnten ja einfach gehen, brüllte er in das Mikrofon, und der Saal tobte. Die dadurch angestoßene antizionistische Hetzkampagne kostete etwa 20.000 Juden und Jüdinnen ihren Arbeitsplatz und mehrere Tausend von ihnen entschieden sich, eingeschüchtert und resigniert, Polen zu verlassen.
Ein an der Universität Potsdam angesiedeltes Publikations- und Filmprojekt widmet sich denjenigen, die sich damals zur Emigration entschieden. Der Film von Klemens Czyżydło und Eik Dödtmann zeigt sieben Menschen, die damals unter den Eindrücken der antisemitischen Welle in Polen nach Israel flohen. Auf einfühlsame Weise versuchen die Filmemacher zu ergründen, welche Gefühle und Erinnerungen die Protagonist/innen mit 1968 verbinden. Dabei wird schnell deutlich, dass sich trotz vieler gemeinsamer Erfahrungen das Deutungsmuster der Betroffenen stark unterscheidet. Denn so unterschiedlich wie die individuellen Verarbeitungsprozesse sind auch die sozialen, beruflichen, religiösen und politischen Hintergründe der Interviewten. Die Mitglieder der Migrationskohorte wurden durch die gemeinsame Erfahrung der erzwungenen Emigration zu einer engen Gemeinschaft, in der jedoch jede/r einen sehr individuellen Umgang mit dem Erlebten fand. Während die einen ihrem Heimatland konsequent den Rücken kehrten, fiel es anderen schwer, einen Umgang mit der erfahrenen Erniedrigung und dem Verlust der Heimat zu finden. Dies hatte auch Auswirkung auf das individuelle Identitätsgefühl, die persönliche Positionierung in Bezug auf die israelische Politik und die eigene Religion…“
(Anne Lepper auf dem Bildungsportal „Lernen aus der Geschichte“)

Unter Parolen wie „Zionisten zu Dajan“ und „Antisemitismus Nein!
Antizionismus Ja!“ werden tausende Juden aus dem Land getrieben

Jüdisches Glück

Stummfilm – 100 min., SU 1925
Regie / Buch: Alexander Granowski / Isaak Babel

„Der Film JÜDISCHES GLÜCK, nach dem Briefroman „Menachem Mendel“ von Sholem Alejchem, schildert die restriktiven Lebens- und Arbeitsbedingungen im jüdischen Schtetl des zaristischen Russland. Dessen zentrale Problemfelder verliefen entlang der Kluft zwischen Arm und Reich, sie entstanden aus der Situation der Unterbeschäftigung, aus der Sorge um den Unterhalt der Familie sowie um die einträchtige Verheiratung der Kinder. Nur in der nostalgischen Retrospektive jüdischer Auswanderer wurden die ärmlichen Siedlungen zu ihrer Heimat. Mit halbdokumentarischem Blick auf die Stadt Berdičev zeigt der Film ein realistisches Bild der Schtetlkultur. Zum Inbegriff des jüdischen Leidens und Lebensmuts wird der Familienvater Menachem Mendel, dessen Dasein einerseits durch Armut und Erwerbslosigkeit, andererseits durch familiäre Herzlichkeit und einfache Lebensfreuden innerhalb der Gemeinschaft geprägt ist. In der Hoffnung auf gewinnbringende Geschäfte verlässt Menachem sein Schtetl. Vergebens versucht er sein Glück im Versicherungsgeschäft, als Miederverkäufer und schließlich als Heiratsvermittler. Wirklich erfolgreich wird der sympathische Pechvogel nur in seinen Träumen, wo er zum Retter Amerikas emporsteigt. Neben die Tragik des archetypischen Verlierers tritt die Komik eines unerschöpflichen Überlebenskünstlers auf seiner Suche nach dem Glück.“ (Carolin Viehl im Rahmen des 2009 veranstalteten Filmsymposiums „Auf der Suche nach dem Glück – Jüdisches Leben im sowjetischen Film 1917 bis 1999″)

+++ Eine lesenswerte Analyse des Films im Kontext der sowjetischen Judenpolitik der 1920er Jahre findet sich in „Glücksuchende? Conditio Judaica im sowjetischen Film“. Darin beschreibt Christoph Maier als Autor des Kapitels „Auf den krummen Wegen des jüdischen Glücks“ den Film einerseits als Teil der kulturpolitischen „Anti-Schtetl-Kampagne“, die auf die Assimilation der sowjetischen Juden im Sinne des „Neuen Menschen“ zielte. Weiterhin wird die ideologische Stoßrichtung des Films anhand Mendels „Amerikanischen Traum“ herausgearbeitet. +++

„Jüdisches Glück“: Der Hauptdarsteller Solomon Michoels wird 1948
als Repräsentant sowjetischer Juden und Präsident des Jüdischen
Antifaschistischen Komitees von Stalins Geheimpolizei ermordet



kostenloser Counter