Archiv für Mai 2015

The Karski-Report

Dokumentation – 49 min., F 1978/2010
Ein Film von Claude Lanzmann

Darstellung der vergeblichen Bemühungen Jan Karskis, die Welt über die Geschehnisse im Warschauer Ghetto und die systematische Vernichtung der europäischen Juden aufzuklären. Der Film widmet sich auch der Frage nach der Fassbarkeit des Holocaust im menschlichen Denken.

Das Exil der Nazis

Dokumentation – 53 min., F 2014
Ein Film von Géraldine Schwarz

Der Film erzählt von der Flucht ehemaliger Nazifunktionäre nach Syrien und Ägypten sowie ihrer militärischen und propagandistischen Schützenhilfe im Kampf arabischer Staaten gegen Israel und das Judentum. Den originär islamischen Antisemitismus der Muslimbrüder als auch die Gründe für die Affinität des Nationalsozialismus im arabisch-nahöstlichen Raum hätten allerdings deutlicher herausgearbeitet werden können.

Frei|es Ara|bi|en [dt.]: ohne Briten, ohne Franzosen, judenrein
| © Artline Films

Antisemitismus heute – Wie judenfeindlich ist Deutschland

Dokumentation – 45 min., D 2013
Film von Kirsten Esch, Jo Goll und Ahmad Mansour

Insgesamt ein dankenswerter Beitrag, der jedoch mit Nazis, BDS, Augstein, Grass und Al-Quds-Märschen nur einen Bruchteil des alltäglich gelebten Wahns zeigt. Die Frage bleibt, warum es im Land der Täter kein angemessenes und deutlich vernehmbares Statement zu diesen Verhältnissen gibt?

In der SZ durfte der ehemalige Waffen-SS-Mann Günther G. über
Israel sagen, „was gesagt werden muss“ | © Süddeutsche Zeitung

Auf Wiedersehen im Himmel

Dokumentation – 41 min., D 1994
Buch/Regie: Romani Rose, Michael Krausnick

Am Beispiel der Sinti-Kinder der St.Josephspflege in Mulfingen wird der Völkermord an den Sinti und Roma beschrieben. Ein Film des Dokumentions- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Coburg will NS-Wehrwirtschaftsführer ehren

kontraste 07.05.2015

Casablanca

Spielfilm – 102 min., USA 1942
Buch/Regie: Julius Epstein, Philip Epstein/ Michael Curtiz

Anti-Nazi-Klassiker aus Hollywood. Der auch für das Reeducation-Programm vorgesehene Film kam hierzulande nur in einer deutschfreundlich-massakrierten Fassung in die Kinos.

Abschiebung im Morgengrauen – Alltag in der Ausländerbehörde

Dokumentation – 45 min., D 2006
Buch/Regie: Michael Richter

Die Reportage zum Alltag in einer Hamburger Ausländerbehörde zeigt die Kaltschnäuzigkeit und Arroganz, mit der deutsche Beamte „geduldete“ Menschen aus ihrem Lebensumfeld reißen und außer Landes schaffen. Auch wenn einige Mitarbeiter der Behörde irgendwie zu doof waren, ihren Rassismus zu verbergen, muss man aber schon davon ausgehen, dass sie sich in Anwesenheit des Filmteams noch einigermaßen zu beherrschen wussten: Beim Drehen mit versteckter Kamera bekäme man vermutlich ein anderes Bild.

Klare Zielvorgabe: Bildschirmschoner im Büro der Hamburger
Ausländerbehörde | © NDR

1948 – Wie Israel entstand

Dokumentation – 45 min., D 2008
Film von Gabriela Hermer / Redaktion: Esther Schapira

In der Tendenz gut angelegte Dokumentation zur Staatsgründung Israels. Die Motive für die Angriffe der arabischen Nachbarn bleiben allerdings etwas im Dunkeln. Zur weiteren Vertiefung verweisen wir gern auf Yaakov Lozovick’s „Israels Existenzkampf“. Einen kürzeren Einstieg zu Staatsgründung und Mythos „Nakba“ bietet Alex Feuerherdt.

Hakhrazat HaAtzma‘ut am 5. Ijjar 5708: In Tel Aviv feiern am 14.
Mai 1948 Zehntausende die Unabhängigkeit| © HR