Die Mörder sind unter uns

Spielfilm – 91 min., DEFA 1946
Buch/Regie: Wolfgang Staudte

Der erste und bis heute populärste deutsche Nachkriegsfilm. Geschildert wird die Begegnung und Abrechnung des traumatisierten Ex-Landsers Mertens mit seinem ehemaligen Befehlshaber und Verantwortlichen einer Massenerschießung. Der hier vorgeführte Vergeltungswunsch könnte nicht nur im Fall von Mertens (Burschenschafter, Arztkarriere im NS, Wehrmachtssoldat) als Schuldabwehr verstanden werden. Auch der Regisseur Wolfgang Staudte, der an zahlreichen NS-Propagandafilmen (u.a. als Nebendarsteller in „Jud Süß“) mitwirkte, scheint sich mit diesem Film einen Persilschein ausgestellt zu haben. Obendrein wirkt somit auch die Liebesbeziehung zwischen Mertens und einer KZ-Überlebenden (gespielt von Hildegard Knef) wie eine dreiste Nötigung zur Versöhnung. Es ist zudem Staudtes Verdienst, den Mythos vom völlig zerstörten Deutschland als auch der Trümmerfrauen mitbegründet zu haben. Ein wahrhaft deutscher Film.

Ja, wenn nur der Krieg nicht gewesen wär: Vormalige Volksge-
nossen vor deutscher Kulissenlandschaft | © DEFA-Stiftung


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