Archiv für Oktober 2015

Thawra & Kaveh „Antideutsche / Tahya Falastin“

Wer hat sich nicht schon immer mal gefragt, wer diese komischen „Antideutschen“ sind? Dank Thawra und Kaveh wissen wir nun besser Bescheid. Sie fordern die Atombombe auf den Iran. Selbst Gregor Gysi, der Deutschland immer noch unter Besatzung wähnt, ist einer. Nein, nicht Thawra und Kaveh in ihren Pali-Tüchern, sondern die Antideutschen sind die „wahren Antisemiten“. Die Araber sind nämlich auch nur Semiten, arabischer Antisemitismus ist somit ein Widerspruch in sich. Da die Antideutschen alle Araber doof finden, sind sie konsequenterweise Antisemiten. Noch Fragen?

Ich war neunzehn

Spielfilm – 90 min., DDR 1968
Buch/ Regie: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf

Die Geschichte dieses Films spielt in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 und ist eng an die Biographie des Regisseurs Konrad Wolf angelehnt. Geschildert werden vor allem die persönlichen Kriegserlebnisse Wolfs, der als junger Angehöriger der 1. Weissrussischen Front den Vormarsch auf Berlin mitbegleitet hatte. Sonderlich in die Tiefe geht die Auseinandersetzung mit den vom Nationalsozialismus fanatisierten Deutschen nicht – so gleitet der Film denn auch in die eine oder andere abstruse Faschismustheorie ab. Auch von einer Identitätskonfusion des Regisseurs (JungleWorld 43/15), die angeblich das Jüdische miteinbezieht, ist zumindest in diesem Film nichts mitzubekommen.

Das zweite Gleis

Spielfilm – 80 min., DEFA 1962
Regie/ Drehbuch: Hans-Joachim Kunert/ Günter Kunert

Welches Bild könnte den Holocaust als perfekt abgestimmtes Gemeinschaftsprojekt der Deutschen symbolisch treffender fassen als ein Güterbahnhof der Deutschen Reichsbahn? Wo liegt die Schuld besser begraben als unter den Trümmern einer deutschen Stadt? Was liegt näher als die unzähligen Leichen in den Kellern der eigenen Familien zu suchen? Ebenso einzigartig, aber noch viel direkter als „Der Verlorene“ von Peter Lorre greift auch Hans-Joachim Kunert die Frage nach der Beteiligung der deutschen Bevölkerung am Holocaust und ihre Verdrängung in der deutschen Nachkriegsgesellschaft auf – wohlgemerkt in der Nachkriegsgesellschaft der DDR. Das Filmmuseum Potsdam beschreibt den Film gar als den einzigen DEFA-Film, „der die ehemaligen Nazis nicht im Westen Deutschlands ausfindig macht, von Kollektivschuld spricht und von den DDR-Bürgern wissen will: Was hast Du vor 1945 getan?“. Kein Wunder also, dass der Film von der zeitgenössischen Kritik verschmäht und erst durch die DEFA-Retrospektive des New Yorker Museum of Modern Art und anschließender DVD-Veröffentlichung im Jahr 2005 wieder einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde.

Nach 1945 in der DDR: Fahrdienstleiter Walter Brock marschiert
über die Anlagen der Deutschen Reichsbahn | © DEFA-Stifung

Ibril Rajoub Lauds „Heroic“ Palestinian Attackers; We Won‘t Pay Price for the Holocaust

Ein hoher Vertreter der Fatah zu den aktuellen Messerattacken in Israel, gesendet im offiziellen Sender der Palästinensischen Autonomiebehörde. Wir danken Memri für die Übersetzung.

Tod in der Polizeizelle – Warum starb Oury Jalloh?

monitor 15.10.2015