Archiv für November 2015

Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag

Am 13. November 2015 wurde Paris von einer Terrorwelle des Daesh („Islamischer Staat“) überzogen. Der blutigste Anschlag ereignete sich im Café- und Konzerthaus „Bataclan“, bei dem nach vorläufiger Bilanz 89 Menschen starben. Der Clip und ein weiteres Video aus dem Jahr 2008 zeigen, dass das „Bataclan“ schon früher im Fokus „antizionistischer“ und „propalästinensischer“ Aktionen stand. Für den Hinweis auf das antisemitische Motiv bedanken wir uns mit einer unbedingten Empfehlung beim Blog Lizas Welt.

Die verspätete Fertigstellung von Prora oder: „Die hatten dann andere Aufgaben“

panorama 3 27.10.2015

Jenseits des Krieges

Dokumentation – 117 min., A 1996
Ein Film von Ruth Beckermann

Die Wanderausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944″ gastierte 1995 in Wien. Unter den Besuchern waren besonders viele ehemalige Soldaten der Wehrmacht, die vor der Kamera wie aus einem Lehrbuch alle möglichen Formen der Schuldabwehr durchexerzierten. Regisseurin Ruth Beckermann, im Film selbst zurückhaltend, ordnet dann auch in ihrem Drehtagebuch die größte Gruppe der Interviewten den Tätern, den „bystanders“, den Mitmachern und den Feiglingen zu. Eine gute Ergänzung zu Michael Verhoeven’s Film „Der unbekannte Soldat“, welcher sich tiefgehender mit den Inhalten der Ausstellung beschäftigt.

Veteranentreffen im ehemaligen Reichsgau Wien: „Nicht die SS!
Wehrmacht!“ | © Aichholzer Filmproduktion

Als die Synagogen brannten – Die Novemberpogrome 1938

Dokumentation – 45 min., D 2008
Film von Michael Kloft

TV-Beitrag zu den Novemberpogromen 1938, in dem zumindest öfter angedeutet wird, dass die „Reichskristallnacht“, trotz relativer Zurückhaltung der nichtjüdischen deutschen „Zivilbevölkerung“, einen antisemitischen Konsens voraussetzte und grundsätzlich gebilligt wurde (auch wenn sich vielfach über die Zerstörung von „Volkseigentum“ oder nichtlegalisierte Gewalt echauffiert wurde). Für ein schärferes Bild hätte man sich inhaltlich allerdings stärker auf die historische Forschung zum Thema (immerhin war der Historiker Michael Wildt beratend beteiligt) als auf die formalen Vorgaben des Histotainment konzentrieren sollen. Allein die Filmmusik wirkt unerträglich. Als kleine Randbemerkung sei noch auf die Sprecherin Maria Furtwängler hingewiesen, die sich, im Gegensatz zu den von ihr am Ende des Films zitierten Überlebenden, ihr Verhältnis zu Heimat und Vaterland weiterhin bewahrt hat.

© NDR