Schwarzfahrer

Kurzfilm – 10 min., D 1992
Film von Pepe Danquart

Engagierter wie naiver Kurzfilm zu Alltagsrassismus und „schweigender Mehrheit“ in Deutschland. Als verstünden sich solch arg polternde Rassistinnen nicht instinktiv als Verkünderinnen der Volksmeinung, wird hier den Mitreisenden so etwas wie eine, wenn auch bedrohlich wirkende Gleichgültigkeit, ein Nichtverhalten oder Mangel an „Zivilcourage“ unterstellt. Nichts zu spüren vom passiven Konsens – Rassismus wird hier als Altnazimarotte verharmlost. Schon der humorige Plot des Films hätte angesichts des im Jahr zuvor getöteten ehemaligen DDR-Vertragsarbeiters Jorge Gomondai in einer Dresdner Straßenbahn einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen müssen. In der Rückschau auf mehr als 25 Jahre Mord und Totschlag jedenfalls allemal. Und auch wenn man dem Film die rebellische Geste zugutehalten kann: Wie später die Lichterketten appelliert „Schwarzfahrer“ ohne Argument vor allem an das schlechte Gewissen der besseren Deutschen. 1994 wurde er in der Kategorie Kurzfilm mit einem Oscar ausgezeichnet. Und darauf darf man dann doch wirklich mal stolz sein, hm?

Der Rassismus als Altnazimarotte in Schwarzweiß | © Trans-Film


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