Der Prozess von Budapest

Dokumentation – 94 min., HU 2013
Ein Film von Eszter Hajdú

Ganz ehrlich? Er hasste die Zigeuner nicht mehr als jeder andere auch.“ ( anonyme Zeugin)

Bereits im Jahr 2012 erweckte Bence Fliegaufs Spielfilm „Just the Wind“ auf beeindruckende Weise internationale Aufmerksamkeit für die 2008 bis 2009 verübte Mordserie an ungarischen Roma sowie deren prekäre Lebenssituation. Der hier vorliegende Dokumentarfilm zum über 2-jährigen Prozess gegen ungarische Neonazis, die diese Morde verübt haben, steht dem nicht nach. Das Beeindruckende dieses Films liegt nicht nur darin, dass es hier im nüchternen Stil des Dokumentarischen gelingt, nur anhand der Aussagen der Prozessbeteiligten und ohne Konsultation kritischer Beobachter der Situation in Ungarn, die erschreckende Dimension des Antiziganismus der Mehrheitsgesellschaft deutlich herauszuarbeiten. In der klaustrophobischen Szenerie des Gerichtsaals verdichtet sich die Bedrohung der Roma auf das Äußerste. Weiterführendes ist dem Mitschnitt der Veranstaltung „Inside NSU“ zu entnehmen, wo nach der Filmvorführung auch die Regisseurin Eszter Hajdú sowie die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky ausführlicher zu Wort gekommen sind. Die darin angekündigte Veröffentlichung von Magdalena Marsovszky mit dem Titel „Verfolger und Verfolgte – Antiziganismus in Ungarn“ sei an dieser Stelle als Überblicksdarstellung ausdrücklich empfohlen.

© Miradouro Media, rbb, Perfekt Shot Films


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