Al Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser

Dokumentation – 45 min., D 2008
Film von Richard C. Schneider

Eine vordergründig facettenreiche und krampfhaft um Differenziertheit bemühte Dokumentation, die ihre Scheinobjektivität ob der überrepräsentierten palästinensischen Narrative und der subtilen Unterstützung eines Rechts auf Rückkehr aber kaum zu verhüllen vermag. Die unkommentierten und unhinterfragten Widersprüche, Halbwahrheiten, Beiläufigkeiten und Auslassungen im Film hätten hier eine umfangreichere Besprechung verdient – wäre da nicht der von uns sehr geschätzte Alex Feuerherdt mit seinem Vortrag zum Mythos „Nakba“. Ebenso unverständlich bleibt das Ausblenden des „Rückkehrrechts“ als Politikum, sprich der unnachgiebigen Haltung arabischer Führer bei „Nahost-Friedensgesprächen“, deren Maximalforderungen gleichsam auf die Zerstörung des Staates Israel zielen wie die Shahids auf das Leben der Juden. Dass es nach dem Abzug von Richard C. Schneider aus dem ARD-Studio Tel-Aviv im Jahr 2016 anscheinend noch einseitiger und manipulativer zugeht, zeigt Susanne Glass mit ihrem Beitrag „Nakba – Palästinenser gedenken der Katastrophe“ für den ARD-Videoblog „Nahost ganz nah“. Zur Durchdringung des israelisch-arabischen Verhältnisses empfiehlt sich der aktuell erschienene „Guide for the Perplexed“ sowie weiterhin „Israels Existenzkampf – Eine moralische Verteidung seiner Kriege“ von Yaakov Lozowick.

Unkommentierte Schlüsselszene: „Ich wünsche, dass Israel zer-
fällt. Mit Gottes Willen. Aber erst, wenn Amerika zerfällt.“ | © BR


1 Antwort auf „Al Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser“


  1. 1 Toivi 17. Mai 2016 um 13:51 Uhr

    Zum Mythos Nakba und zur israelischen Gründungsgeschichte auch zu empfehlen: Die DIG-Broschüre von Jörg Rensmann, die es auch online gibt und zwar hier http://www.dig-stuttgart.net/wp-content/uploads/2008/03/nakba_web_end.pdf

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× acht = zweiunddreißig