Holland in Not – Wer ist Geert Wilders?

WDR-Dokumentation – 44 minus 4 min., D 2017
Film von Joost van der Valk und Mags Gavan

Was auch im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen nicht gewöhnlich ist, ist die offen rassistische antijüdische Hetze, die in diesem WDR-Film betrieben wird: Die sich durch den ganzen Film ziehende Botschaft, dass Juden in aller Welt gemeinsam und organisiert hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen. Es ist im deutschen Fernsehen wohl bislang nicht vorgekommen, dass jemand, der vorgibt, über einen europäischen Politiker zu berichten, im Geiste der Nürnberger Rassegesetze dessen „jüdische Großmutter“ ermittelt; dass er wissen möchte, ob die betreffende Person Geld von amerikanischen Juden erhält und dass er nach Israel reist, um dort diejenigen aufzusuchen, die den fraglichen Politiker vor über 30 Jahren im Stile einer Gehirnwäsche politisch auf den von ihnen erwünschten Kurs gebracht haben sollen.“

(Stefan Frank auf mena-watch)

Wer aktuell „Die Story“ über den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders vom 08.03.2017 auf der ARD-Mediathek abruft, wird einige der von Stefan Frank ausführlichst auf mena-watch dokumentierten Passagen, auf denen die oben zitierte Einschätzung gründet, nicht mehr finden: Der WDR hat zwar den Vorwurf, mit „Holland in Not“ antisemitische Ressentiments zu schüren, zurückgewiesen, aber dennoch einige der „Fakten“, die einen „missverständlichen Eindruck“ machen könnten, herausgeschnitten und den Film um satte 4 Minuten gekürzt. Die Botschaft an das verehrte Publikum wurde also nachträglich etwas entschärft, funktioniert aber, wenn auch subtil und holprig, immer noch ganz gut: Wilders hat nun keinen jüdischen Familienhintergrund mehr, steht aber weiterhin unter dem geheimnisumwobenen Einfluss Israels, erledigt das Geschäft jüdischer Geldgeber von der „Ostküste“ und erhält im In- und Ausland Unterstützung von jüdischen Extremisten und Terroristen – während die Muslime in den Niederlanden sich schon wie die Juden in den 40er Jahren fühlen. Bei diesem Versuch also, gegen den Rechtsruck die antisemitische Karte zu spielen und dann wieder etwas zurückzurudern, könnte man sich fragen, ob der WDR bei dem gesamten Vorgang sich nicht auch ein wenig von der Deutschen Presse-Agentur hat inspirieren lassen? Auf jeden Fall sagen wir für dieses Lehrstück mal wieder: „Danke WDR“!

Wahnsinnig investigativ: „Wenn man Geert Wilders und Israel im
Internet sucht, ergibt das über eine halbe Million Einträge.“ | © WDR


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