Archiv für Mai 2017

Algier – Mekka der Revolutionäre

Dokumentation – 56 min., F 2014
Film von Ben Salama

Ich erinnere mich noch gut daran, was Kampfgenossen während der algerischen Revolution sagten: Wir werden nicht sagen können, Algerien sei frei, solange Palästina noch ein besetztes Gebiet ist.“

(Jassir Arafat)

Arte kann es einfach nicht lassen: Nachdem nun schon mehrmals angemerkt worden ist, dass Arte seine Zuschauer lieber mit „Israel-kritischen“ Dokumentationen unterhalten, als über gegenwärtigen Antisemitismus aufklären möchte, hat der Sender einmal mehr „antizionistischer“ Propaganda Raum gegeben und mit „Algier – Mekka der Revolutionäre“ diesmal ein von Pathos triefendes, antiimperialistisches Schmierenstück abgeliefert.
Die Arte-Hommage an die algerische Hauptstadt wird wie folgt angekündigt: „Nach Erringung der Unabhängigkeit im Jahr 1962 unterstützte Algerien bis Mitte der 1970er Jahre weltweit antikolonialistische und revolutionäre Bestrebungen. Die Staatspräsidenten Ahmed Ben Bella und Houari Boumedienne öffneten Algiers Tore für die, die gegen koloniale Unterdrückung und Rassismus kämpften.“ Filmemacher Ben Salama hat dabei die europäischen Kolonialmächte, die USA, das rassistische Apartheid-Regime in Südafrika und – wie sollte es anders sein – auch den Staat Israel in einen großen Topf gerührt und der algerischen Unterstützung des südafrikanischen ANC oder der afro-amerikanischen Black Panther Party deshalb genauso gehuldigt wie der Förderung des palästinensischen „Befreiungskampfs“. Obwohl der Nahost-Konflikt als ein Kampf von vielen im Film nicht besonders herausgestellt wird, lohnt es dennoch, sich den entsprechenden Szenen zu widmen.
Die quälend oberflächliche „Dokumentation“ scheint dabei das Wissen des Zuschauers um den angeblich kolonialistischen und rassistischen Charakter Israels einfach schon vorauszusetzen. Im Falle Israels bedarf es ja wie immer keines Belegs, sondern nur eines vagen ressentimentbehafteten Anstoßes. Vollkommen verkürzt wird daher der Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967 denn auch als israelische Aggression dargestellt, damit daraufhin in Algier eine Demonstration mit Parolen wie „Tod dem Imperialismus und Zionismus“ durchs Bild ziehen und die Kriegstreiberei Algeriens gerechtfertigt werden kann. Die 1973 von Algerien handfest unterstützte Vernichtungswut arabischer Staaten gegen Israel im Yom-Kippur-Krieg wird natürlich nicht gezeigt, dafür aber wiederum die herausragende Rolle Algeriens bei der diplomatischen Anerkennung der PLO bei den Vereinten Nationen gewürdigt, wo Judenmörder Jassir Arafat im Jahr 1974 in seiner „Ölzweig-Rede“ den Friedensbotschafter mimen durfte. Der Logik von Israelhassern folgend hätte der Film auch noch erwähnen können, dass Algerien bereits in der Bewegung Bündnisfreier Staaten eine Vorreiterrolle einnahm, wenn es um die internationale Isolierung und Delegitimierung des Staates Israel ging. Die 1975 verabschiedete UN-Resolution 3379 beispielsweise, die infam Zionismus und Rassismus gleichsetzte, folgte dem algerischen Vorsitz der UN-Vollversammlung unmittelbar, hatte jedoch schon zuvor ihre Entsprechung auf einer Konferenz der Bündnisfreien Staaten in Algier gefunden.
Doch für Differenzierungen bleibt im Film weder Zeit noch Raum, denn schließlich gaben sich in Algier Revoluzzer à la couleur sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Fallstricke nationaler Befreiung, in Algerien wie anderswo, werden nicht einmal im Ansatz ausgeleuchtet. Ob der spätere notorische Verteidiger von Nazikriegsverbrechern, Holocaustleugnern und Diktatoren Jacques Vergés, der Antisemit und Terrorist Ilyich Ramírez Sánchez, genannt „Carlos“, oder die Fatah Jassir Arafats: Jeder, der im „Mekka der Revolutionäre“ landete, bekommt in diesem Film seinen Ehrenplatz. Den Reigen angeblich fortschrittlicher Befreiungsbewegungen darf dann im Film auch die Japanische Rote Armee abschließen. Arte verschweigt hier, dass diese Terror-Organisation nicht erst durch Hijacking bekannt geworden ist, sondern sich zuvor schon in ganz besonderer Weise für die „Befreiung Palästinas“ eingesetzt hatte. So hatten drei ihrer Mitglieder 1972 einen blutigen Anschlag auf den israelischen Flughafen in Lod verübt und dabei wahllos 24 Menschen ermordet. Wer letzten Endes dann also auch noch diese Mordkommandos als „Rebellen“ gegen „Rassismus und Kolonialherrschaft“ adelt, der scheint endgültig nicht mehr alle Rollen im Archiv zu haben! Da Arte sein Verhältnis zum antiisraelischen Terror anscheinend nicht geklärt hat, bleibt der Sender in dieser Hinsicht vor allem eines: das Mekka antizionistischer Filmemacher. Aber vielleicht fragt Arte bei Ben Salama einfach mal nach, wie er denn selbst diesen krönenden Abschluss seines Films verstanden wissen will?

+++ Die Arte-Pilgerreise ins „Mekka der Revolutionäre“ darf noch bis 24.05.2017 auf der Arte-Mediathek bestaunt werden. Aber schon am 23.05.2017 hat Arte sogar einen ganzen Filmabend im Programm, auf den wir in unseren Ankündigungen unter „Die lange Nacht gegen Israel“ bereits aufmerksam gemacht hatten. Obwohl wir ja dennoch hoffen, damit vielleicht etwas zu viel versprochen zu haben… +++

Keine Liebeserklärung: Bei dieser antiisraelischen Solidaritäts-
Demonstration im Juni 1967 in Algier ging es ganz offensichtlich
um ganz „Palästina“ | © Arte 2014

Ist der deutsche Rap antisemitisch?


„Deutschrap ist ein Scherz über den man mal gelacht hat / bis man festgestellt hat, dass er ernst gemeint war.“

(Edgar Wasser und Fatoni)


„Kontra Peace, Kontra Tel Aviv / Pro Freiheit, Kontra Politik/ … / Kontra Parasit, Kontra USA und Drogenkrieg“

(Snaga und Fard)

Dass Arte derzeit knallharte Programmpolitik betreibt, wurde hier erst kürzlich festgestellt. Da überrascht es nur auf den ersten Blick, dass der deutsch-französische Sender in seiner als arte journal bekannten Nachrichtensendung sich dem Thema Antisemitismus im deutschen Rap widmet. Warum dieser genau jetzt gesendet wird, darüber lässt sich nur spekulieren. Sollen jene Stimmen besänftigt werden, die zurecht die Zensur einer abendfüllenden Dokumentation über Antisemitismus in Europa kritisieren? Mit einem zweiminütigen Clip dürfte das nur schwer gelingen.
Es lassen sich – das Thema ist leider kein neues – noch wesentlich krassere Texte als die von Snaga und Fard finden. Lizas Welt berichtete bereits 2008 über offenen Antisemitismus nicht weniger Deutschrapgrößen, auch über die Verharmlosung seitens des Feuilletons. Selbst der Satiriker Jan Böhmermann versagt bei diesem Thema völlig. Erst rappte der in einem Pullover einer palästinensischen Entwicklungshilfeorganisation auftretende Prinz Pi in seiner Sendung folgende Zeilen:

„Ich hab ein Mikroskop, gib mir dein Telefon/ Wie Ahmadinedschad mach ich eine Kernfusion.“

Dann lud er den selbsternannten „Boss“ Kollegah, mit bürgerlichem Namen Felix Antoine Blume, in seine Sendung ein, um mit ihm laut Teaser über die Antisemitismusvorwürfe, die zur seiner Ausladung vom diesjährigen Hessentag geführt hatten, zu sprechen, brachte jedoch kein einziges kritisches Wort heraus. Im von Böhmermann angeregten Gespräch zwischen dem nach eigener Auskunft „deutschesten Juden der Welt“ Shahak Shapira und der russisch-jüdischen Autorin Kat Kaufmann zeigte der Jura-Student Kollegah dann erneut, wie notwendig es ist, ihm nicht auch noch eine Bühne zu geben.
Dazu müsste man jedoch wohl leider das Internet abschalten. Marius Mocker nimmt in seinem hörenswerten Vortrag über Antisemitismus im deutschen Rap die Produktionsbedingungen desselbigen in den Blick. Plattformen wie Youtube machten neuere Produktionen immer und überall verfügbar. In jeder dritten Veröffentlichung findet sich ihm zufolge Antisemitismus, amalgamiert mit anti-westlichem Furor und Sexismus. Halbherzigen und moralisierenden Interventionen wie die eines Markus Staiger setzt er eine ideologiekritische Reflexion entgegen, die die gesellschaftlichen Bedingungen, auf denen Deutschrap gedeiht, in den Blick bekommt. Der im arte journal zu Wort kommende jüdische Rapper Ben Salomo hält den Zusammenhang, dass sich ein antisemitisches Publikum mit seinem antisemitischen Idol vergemeinschaftet, ebenso fest.
Rapper wie Edgar Wasser und Fatoni zeigen, dass auf deutsch zu rappen nicht gleichbedeutend mit Deutschrap sein muss. Dass der so notwendige, wenn auch nicht mit Ideologiekritik zu verwechselnde Diss des antisemitischen und verschwörungsideologischen Deutschraps leider (fast) immer mit behindertenfeindlichem Vokabular erfolgt, zeigt erneut die Notwendigkeit auf, sich mit den gesellschaftlichen Produktionsbedingungen der Ware Rap zu beschäftigen.

Hat es leider nicht in den Kurzbeitrag von Arte geschafft: „Boss“ Kollegah
noch vor dem Bundespräsidenten am Grab des Friedensnobelpreis deko-
rierten Judenmörders Jassir Arafat
in Ramallah | © streetcinema 2016

Re:Re:Breaking the Silence

Reportage – 30 min., D 2017
Film von Katrin Sandmann und Stephan Lamby

Was würde Deutschland sagen, der Otto Normalverbraucher oder die Regierung, wenn wir Geld investieren würden, 1 Million Euro jedes Jahr, oder alle 2 Jahre, in PEGIDA und sagen würden: „PEGIDA ist eine Organisation, die wir zu schätzen wissen. Ist ja Zivilgesellschaft! Wir wollen auch mal eine andere Stimme hören!“… Bin mir nicht sicher, ob dass gut ankommen würde.“

(Arye Shalicar, Politologe und ehemaliger Pressesprecher der IDF)

Der deutsch-französische Kultursender Arte betreibt derzeit knallharte Programmpolitik: Während der Sender aktuell die Ausstrahlung einer Dokumentation zum Antisemitismus in Europa aus fadenscheinigen Gründen unterbindet, springt er gleichzeitig dem jüngst in Israel abgeblitzten deutschen Außenminister Sigmar Gabriel zur Seite. Dieser hatte, nachdem er selbstverständlich pflichtschuldigst zum Holocaust-Gedenktag in Yad Vashem aufgelaufen war, sich bei seinem Antrittsbesuch letztendlich lieber mit sogenannten „Menschenrechtsorganisationen“ treffen wollen als mit Premierminister Benjamin Netanjahu – und damit nicht nur einen Eklat provoziert, sondern sich noch im Nachhinein als Opfer stilisiert. Arte, ein Sender, bei dem ebenso routinemäßig wie bei Gabriel das Shoah-Gedenken auf dem Programm steht, leistet ihm nun gern propagandistische Schützenhilfe.
Dabei orientieren sich die Filmemacher streng an bewährten Rezepten „Israel-kritischer“ TV-Produktionen: Zunächst braucht es immer einen Juden, der den Israelis Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Rassismus vorwirft. Dann einige Gegenstimmen, die aber argumentativ nicht ins Gewicht fallen dürfen. Weiterhin unschuldige Opfer der Israelis. Und letztendlich einen extrem unsympathischen Juden (am beliebtesten ist derzeit der „Siedler“), der das eigene Ressentiment von der jüdischen Bedrohung eines friedliebenden Volkes (wahlweise des deutschen, des iranischen, hier das des palästinensischen) bestärkt. Fertig.
Arte möchte dagegen nicht darüber berichten, dass die vor allem aus dem Ausland finanzierte israelische Organisation Breaking the Silence äußerst unseriös agiert, auch nicht darüber, dass ihr Mitbegründer Yehuda Shaul vor einiger Zeit noch die mittelalterliche Legende vom jüdischen Giftmischer neu aufgelegt hatte, die Mahmoud Abbas 2016 vor dem EU-Parlament dann zu einer anscheinend auch für Sozialdemokraten „inspirierenden“ Rede verarbeitete. Arte möchte lieber israelische Soldaten zeigen, die Demonstrationen von „Bürgerrechtlern“ behindern, palästinensische Familien in ihren Häusern einsperren, indem sie die Türen verschweißt und damit aus Hebron eine „Geisterstadt“ gemacht haben sollen. Zu B‘Tselem, einer anderen von Gabriel hofierten NGO, schweigt sich die Reportage lieber ganz aus. Muss ja nicht jeder wissen, dass deren Aktivisten Israel als Apartheidstaat diffamieren, einige davon gern schon mal den Holocaust leugnen oder palästinensische „Kollaborateure“ der Todesstrafe zuführen wollten.
Peace Now klingt da schon besser, da denkt man gleich an Blumen und Wind im Haar. Aber dass ein großer Teil der Palästinenser wie auch Gabriels Freund – der demokratisch nicht legitimierte Palästinenserpräsident und Holocaustleugner Mahmoud Abbas – in einem zukünftigen Staat keinen einzigen Juden, also auch keine jüdischen Peace Now-Aktivisten, leben lassen will, ist den Filmemachern keine Silbe wert. Auch nicht, dass der mordlüsternde Antisemitismus vieler Palästinenser nicht erst im Zuge der Staatsgründung oder des 6-Tage-Krieges zum Tragen kam. Das multikulturalistische Arte-Publikum darf auch auf keinen Fall mit dem Fakt belästigt werden, dass in Israel mehr arabische Bürger gut und gerne leben als andersherum Juden in den übrigen Staaten des Nahen Ostens es jemals dürften.
Der manische Fingerzeig selbsternannter „Freunde Israels“ und anderer „Israel-Kritiker“ verweist dabei vor allem auf sie selbst: Israel führt eben keine Kriege, wenn nicht Land und Leute existenziell bedroht sind und Israel betreibt auch keine „Endlösung der Palästinenserfrage“, wie es das taz-Publikum dereinst einmal zu lesen bekam. In Israel gibt es analog zu Deutschland weder einen NSU-Komplex, noch wurden in den letzten Jahren hunderte von Flüchtlingsunterkünften angegriffen. Eine mit Deutschland vergleichbare Situation, in der der parlamentarische Arm einer rassistischen Massenbewegung wie die des PEGIDA-Pöbels die Parlamente erobert, ist in Israel ebenfalls nicht an der Tagesordnung. Und trotzdem gibt es in Israel keine „Deutschland-Kritik“. Auch des grassierenden Antisemitismus wegen nicht.
„Breaking the Silence“ also? Klingt ins Deutsche übersetzt wie das Vermächtnis des ehemaligen Freiwilligen der Waffen-SS Günther Grass. Der Literaturnobelpreisträger hatte um der deutschen Opfer willen über die Shoah zwar nicht viel zu sagen, polterte dafür aber als „Israel-Kritiker“ umso lauter, indem er Israel unterstellte, das iranische Volk ausradieren zu wollen. Als deutscher Kulturschaffender war er dabei ebenso sendungsbewußt wie der „Kultursender“ Arte. Und bekanntlich war auch er ein überzeugter Sozialdemokrat.

Der Günther Grass der deutschen Sozialdemokratie: Antrittsbesuch
des deutschen Außenministers Gabriel bei (anti)israelischen NGOs
| © Arte 2017

Die 6. Armee – Der Weg nach Stalingrad

Dokumentation – 75 min., D 2015
Film von Heinrich Billstein

„Eine Armee wie andere auch innerhalb des Krieges gegen die Sowjetunion“, kommentiert der Historiker Dieter Pohl in dieser Dokumentation, die angetreten ist, die zum Teil bis heute überdauernden Mythen über die 6. Armee auseinander zu nehmen, was ihr auch im Großen und Ganzen gelingt, leider jedoch nicht ohne dabei eine irritierend-verkürzende Darstellung von Täterschaft innerhalb der Wehrmacht zu liefern.
Bereits durch das Einsatzgebiet der 6. Armee – auf ihrem Weg nach Osten lagen Kiew und Charkiw – war von Beginn an klar, dass ihre Soldaten mit dem verachteten „Großstadtgesindel“ in Berührung kommen würden. Der ebenfalls ausführlich zu Wort kommende Historiker Johannes Hürter muss nun diesen Zusammenhang von Antisemitismus und Großstadtfeindschaft als „Ideologie Hitlers“ bezeichnen, ganz so als ob der ‚gemeine Landser‘ davon eh nichts verstanden hätte und deshalb frei von Ideologie zur Untat geschritten wäre. Zwar wird die ‚effektive‘ Arbeitsteilung zwischen 6. Armee, SS-Sonderkommando 4A und dem Bremer Polizeibatallion 303 insbesondere beim Massaker von Babyn Jar – dem größten Massaker unter Verantwortung der Wehrmacht während des deutschen Vernichtungsfeldzugs – erwähnt, gleichzeitig bekommt man jedoch den Eindruck, als ob die mordenden Wehrmachtssoldaten nur ‚blind‘ Befehle des kommandierenden „überzeugten Nationalsozialisten“ Walter von Reichenau ausführten. „Der Eroberer Reichenau und seine Armee“ lautet dann auch der O-Ton. Auch wenn die Kameraden der 6. Armee im rückwärtigen Heeresgebiet mitgemordet hätten, „an der Front“, so der auch an anderer Stelle eine merkwürdige Differenzierung vertretende Hürter, „ging es einfach nur um das tägliche Überleben“. Die Doku nimmt sich den bereits arg in Mitleidenschaft gezogenen Mythos einer „sauberen“ Wehrmacht vor, schreibt dabei jedoch implizit denjenigen der Trennung zwischen vermeintlich normaler Kriegsführung und Verbrechen im Rücken der Front fort – und das zwanzig Jahre nach der Wehrmachtsausstellung. Da überrascht es auch wenig, dass dem mit leuchtenden Augen vom „schneidigen Hund“ Reichenau sabbernden Wehrmachtsopa so viel Platz in der Doku eingeräumt wird und er schuldabwehrend sagen darf, dass sie die sowjetischen Kriegsgefangenen „ja nicht versorgen konnten“. Zwar wird die zentrale Rolle der Wehrmacht bei der systematischen Aushungerung der „slawischen Untermenschen“ später in den Blick genommen, jedoch eben verkürzend einer ‚verbrecherischen Führungsebene‘ angelastet. Ein leider nur kurz zu Wort kommender ebenfalls Beteiligter bringt den überlegenen deutschen Blick auf die hungerleidende Zivilbevölkerung hingegen treffend auf den Punkt: „So verkommen sind wir da hinmarschiert“.

Die offensichtliche Armut der russischen und ukrainischen Zeit-
zeugen ist vor allem im Kontrast zu den wohlstandsgesättigten
Wehrmachtsopas immer wieder beschämend | © WDR

Hurensöhne Mannheims – „Death to Israel“

NEO MAGAZIN ROYALE vom 04.05.2017