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Malmö – Kein Hafen der Hoffnung

Wie aus einem aktuellen Interview Karl Pfeifers mit dem Historiker Günther Jikeli für die Jungle World hervorgeht, scheint sich die Jüdische Gemeinde in Malmö in wenigen Jahren aufzulösen. Denn die schwedische Stadt, die für Überlebende der Shoah ( ohne sich über die zweifelhafte Neutralität Schwedens gegenüber dem NS hinwegtäuschen zu wollen), einmal als Hafen der Hoffnung galt, hat seit Jahren ein massives Problem mit dem Antisemitismus. Wer das nicht wahrhaben will, darf sich gern einem Selbsttest unterziehen, dabei jedoch den grassierenden Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen Schwedens nicht aus den Augen verlieren. Befeuert wurde diese Entwicklung auch durch eine Außenpolitik, die in ihrer antiisraelischen Ausrichtung in der EU eine Vorreiterrolle einzunehmen versucht. Der Beitrag war Teil des ARD-europamagazins vom 28.03.2010.

Von Verwunderung zur Bewunderung

Rede von Ruth Klüger zur Gedenkstunde für die Opfer des NS im Bundestag am 27.Januar 2016 – 27 Min.

[D]ieses Land, das vor achtzig Jahren für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen, dank seiner geöffneten Grenzen und der Groβherzigkeit, mit der Sie die Flut von syrischen und anderen Flüchtlingen aufgenommen haben und noch aufnehmen. Ich bin eine von den vielen Auβenstehenden, die von Verwunderung zu Bewunderung übergegangen sind. Das war der Hauptgrund, warum ich mit groβer Freude Ihre Einladung angenommen und die Gelegenheit wahrgenommen habe, in diesem Rahmen, in Ihrer Hauptstadt, über die früheren Untaten sprechen zu dürfen, hier, wo ein gegensätzliches Vorbild entstanden ist und entsteht, mit dem bescheiden anmutendem und dabei heroischem Wahlwort: Wir schaffen das.

Mit diesen Worten beendet die Shoah-Überlebende Ruth Klüger ihre aus Anlass des 71. Jahrestages der Auschwitz-Befreiung im Bundestag gehaltene Rede. Kurz nach dem sie vom „Beifall der Welt“ spricht, brandet selbiger im Plenarsaal auf. Man spendet sich ihn selbst, denn es ist einfach zu schön dieses Geschenk – zumal überbracht von einer Jüdin. Das staatsoffizielle „Refugees Welcome“ hat sich mehr als ausgezahlt. Auschwitz ist abgegolten, und das weit vor der Aufnahme des sechsmillionsten Syrers. Zu der es, spätestens die Reaktion auf die Kölner Silvesternacht hat es gezeigt, höchstwahrscheinlich eh nicht kommen wird. Das in das Parlament des postnazistischen Deutschlands transferierte Bahnhofsklatschen zeigt die Verlogenheit dieser Veranstaltung so deutlich, dass man dafür dankbar sein muss. Auschwitz hat bewiesen, „erstens, dass man [es] veranstalten kann, und zweitens, dass ein derartiges Verbrechen langfristig gut ausgeht und sich nicht nur in Exportquoten, sondern auch in Ausstellungen und Kultur auszahlt“ (Eike Geisel). Und in Ansehen für etwas, für das niemand sonst Applaus bekommt, geschweige denn ihn sich selbst gibt.

haGalil und der Aufstand der Anständigen

monitor-beitrag aus dem Jahr 2005 zum Internetprojekt haGalil.com

Israel in den Medien

Kurze, 18-minütige Dokumentation zur Tagung „Israel in den Medien“ vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs 2008/09. Interviewpartner sind u.a. Esther Shapira („Das Kind, der Tod und die Wahrheit“) und Ulrich W. Sahm ( neben n.tv und diversen Zeitungen u.a. Autor für „honestly concerned“ und „Audiatur.online“). Der abschließenden Empfehlung, sich umfassender zu informieren, kommen wir gern mit Verweis auf „Lizas Welt“ nach. Als Einstimmung darf auch ein Artikel des ehemaligen AP-Journalisten Matti Friedman gelesen werden.

Die Berlinale und die europäisch-iranische Kulturpolitik

Dokumentation eines 2009 gehaltenen Vortrags von Tobias Ebbrecht-Hartmann zum unkritischen Umgang der Berlinale mit iranischen Filmproduktionen. Ein weiterer Vortrag von Kia Kiarostami beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen für Filme im Iran und den Protesten während der Berlinale 2009. Das aktuelle Programm der Berlinale findet sich hier.

Die verspätete Fertigstellung von Prora oder: „Die hatten dann andere Aufgaben“

panorama 3 27.10.2015

Tod in der Polizeizelle – Warum starb Oury Jalloh?

monitor 15.10.2015

Tobias Ebbrecht: Historische Filmdokumente als Quelle

yad vashem german 24.01.2013