Tag-Archiv für 'autoritärer-charakter'

Tod in der Zelle

Dokumentation – 45 min., D 2010
Buch/Regie: Sonia Seymour Mikich/ Pagonis Pagonakis

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um die Ermittlungen zum Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Zelle der Dessauer Polizei im Jahr 2005 sei hier nochmals an die engagierte TV-Dokumentation „Tod in der Zelle“ erinnert. Dass dieser Fall seit mittlerweile fast 13 Jahren gegen alle Widerstände aus Polizei und Justiz immer wieder neu aufgerollt und in die Öffentlichkeit geholt wird, ist vor allem Oury Jallohs Freunden und weiteren antirassistischen Aktivisten, insbesondere „Break the Silence – Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“, engagierten Nebenklagevertretern sowie einer bisweilen recht kritischen Medienberichterstattung zu verdanken…

+++ Der ebenfalls auf den Fall bezogene und für Polizeigewerkschafter offenbar herausfordernde Spielfilm „Verbrannt“ aus der Tatort-Reihe ist noch bis 17.12.2017 in der ARD-Mediathek abrufbar +++

Klinisch weiß: Eine Arrestzelle der deutschen Polizei | © WDR

Ungarns Ultrarechte – Der Traum von der Volksgemeinschaft

ZDF auslandsjournal vom 28.06.2017

Rudolf Steiner und die Waldorfschulen

„Die weisse Rasse ist die zukünftige, ist die am Geist schaffende Rasse.“

(Rudolf Steiner; GA 349, S. 67)

„Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten.“

(Rudolf Steiner; GA 32, S. 152)

„Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen und geben diese den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können – […] da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden.“

(Rudolf Steiner; GA 348, S. 185)

In leider viel zu großen Abständen von mehreren Jahren berichteten Politmagazine der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten über Rassismus und Antisemitismus oder über andere Missstände an deutschen Waldorfschulen. Nach den damals einsetzenden öffentlichen Debatten muss man heute feststellen: Geschadet hat es dem Ruf der Schulen offenbar nicht. Jährlich finden Neugründungen statt und weiterhin gelten Waldorfschulen als sanfte „Alternative“ zu staatlichen Regelschulen. Doch wer sich etwas eingehender mit Waldorfpädagogik und der ihr zugrunde liegenden Anthroposophie auseinandergesetzt hat, der weiß, dass obige Zitate keine Ausrutscher sind: Sie sind Ausdruck einer esoterischen Weltanschauung, in der höhere und niedere „Rassen“ und Kulturen – eingebettet in ein Konzept von Reinkarnation und Karma – ihren festen Platz einnehmen und, bevor sie als „dekadente Abzweigungen“ aussterben, ihre von Steiner festgelegten Missionen zu erfüllen haben. Ob und wieviele der Steiner’schen Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister im Unterricht herumspuken, ist schwer einzuschätzen – zumal der Einsatz von Schulbüchern stark eingeschränkt ist und die Lehrerschaft in ihrer Unterrichtsgestaltung sehr frei agieren kann. Klar dürfte aber sein, dass das Lehrpersonal in der Regel mehrjährig anthroposophisch geschult, in unteren Klassen ein großer Schwerpunkt auf Märchen, Sagen und Mythen gelegt und von Fakten nicht immer getrennt wird. Ebenso zu hinterfragen wäre nicht nur der zum Teil stumpfe Frontalunterricht, sondern auch, welche Abhängigkeiten sich ergeben, wenn Kinder bis zu 8 Schuljahren von einem einzigen Klassenlehrer unterrichtet werden sollen. Da könnte man in die sogenannten „Ätherleiber“ viel Unsinniges einpflanzen. Ob und inwieweit sich das Lehrpersonal der Temperamentenlehre bedient und die karmische Entwicklung der Kinder vorantreibt, wäre ebenfalls noch genauer in Erfahrung zu bringen. Das Spekulieren beispielsweise über die Lügenhaftigkeit geistig behinderter Kinder im vorangegangenen Leben, woraufhin diesen dann die „Wahrheiten“ geistigen Lebens zu vermitteln seien, kommt für Waldorfpädagogen jedenfalls durchaus in Betracht. Wer sich also als Eltern eines nicht-weißen oder nicht-christlichen Kindes bei der Schulwahl fragt, „Wie gut sind Waldorfschulen?“, der sollte sich darüber aufklären lassen, dass seinem Kind im Schulalltag vielleicht nicht unbedingt immer gleich ein Nazi begegnet, ihm dafür aber zumindest eine Art karmische Entwicklungshilfe geleistet werden könnte – wobei die anthroposophische „Erziehungskunst“, dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit nachkommend, ihre Wirkung nicht nur auf seelische und geistige, sondern mit durchschlagendem Erfolg auch auf die körperliche Gesundheit zu entfalten vermag.

(Da dem Anthroposophie-Kritiker Ansgar Martins laut AnthroWiki wegen altersbedingt fehlender „Bewußtseinsseelenreife“ die Kritikfähigkeit abgesprochen wird, möchten wir an dieser Stelle gern auf den von ihm betriebenen waldorfblog hinweisen.
Als vertiefende Lektüre empfiehlt sich u.a. Peter Bierls im KONKRET LITERATUR VERLAG erschienenes Buch „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister – Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“)

Frontal21 vom 18. April 2006 | © ZDF

Der Untertan

Spielfilm – 109 min., DEFA 1951
Buch/Regie: Fritz Staudte, Wolfgang Staudte

Bissige Satire auf das Wilhelminische Kaiserreich am Vorabend des 1. Weltkrieges. Nachdem schon die gleichnamige Romanvorlage von Heinrich Mann 1933 auf den Scheiterhaufen der Deutschen Studentenschaft verbrannte, wurde der Film in der Bundesrepublik bis 1969 als verfassungsfeindliche Publikation verboten.