Tag-Archiv für 'iran'

The Forgotten Refugees

Dokumentation – 50 min., ISR 2005
Ein Film von Michael Grynszpan

„Flücht­lin­ge im Nahen Osten? Wer denkt dabei nicht an die Pa­läs­ti­nen­ser? Doch wäh­rend deren Schick­sal welt­weit be­klagt wird, gibt es auch an­de­re Flücht­lin­ge in der Re­gi­on, von denen die meis­ten noch nie etwas ge­hört haben: Seit jeher exis­tier­ten im Nahen Osten und in Nord­afri­ka jü­di­sche Ge­mein­den; etwa eine Mil­li­on Juden leb­ten noch in den 1940er Jah­ren in den ara­bi­schen Staa­ten. Heute sind es nur noch ein paar Tau­send, denn nach an­dau­ern­den Dis­kri­mi­nie­run­gen, Ent­eig­nun­gen, an­ti­se­mi­ti­scher Hetze und Po­gro­men im Zuge des auf­kom­men­den ara­bi­schen Na­tio­na­lis­mus waren die Juden in gro­ßer Zahl ge­zwun­gen, aus ihren ara­bi­schen Hei­mat­staa­ten zu flie­hen. Das Land, das die meis­ten die­ser Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men und in­te­griert hat, heißt Is­ra­el. Der Film »Die ver­ges­se­nen Flücht­lin­ge« von Micha­el Grynsz­pan zeigt Ge­schich­te, Kul­tur und er­zwun­ge­nen Aus­zug nah­öst­li­cher und nord­afri­ka­ni­scher jü­di­scher Ge­mein­den in der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts. Jü­di­sche Flücht­lin­ge aus Ägyp­ten, dem Jemen, aus Li­by­en, dem Irak und aus Ma­rok­ko er­zäh­len ihre Ge­schich­ten. Diese wer­den durch Ar­chiv­ma­te­ri­al von Ret­tungs­ein­sät­zen, durch his­to­ri­sche Fotos von Aus­wan­de­rung und Wie­der­an­sie­de­lung sowie Ana­ly­sen von zeit­ge­nös­si­schen Wis­sen­schaft­lern er­gänzt.“ (Elisa Makowski / Tilman Tarach für Radio Dreyeckland)

+++ In der zweiten Septemberwoche 2017 wird der Film in verschiedenen niedersächsischen Städten gezeigt. Tilman Tarach wird den Film jeweils durch einen Vortrag ergänzen. +++

© The David Project and Isra TV

Mullah-Diktatur Iran: Stolz wie Oscar

Bei der diesjährigen Oscar-Preisverleihung für den besten fremdsprachigen Film an „The Salesman“ hat Regisseur Asghar Farhadi dem modernen iranischen Kino einen Bärendienst erwiesen. Farhadi nahm die Einreisebeschränkungen der Trump-Administration zum Anlass, die Veranstaltung zu boykottieren und bei der stellvertretenden Entgegennahme des Preises eine an die Adresse Trumps gerichtete Protestnote verlesen zu lassen. Wie Kazem Moussavi auf seinem Iran Appeasement Monitor ausführt, habe es der als „regimekritisch“ gelabelte Regisseur Farhadi bei aller berechtigten Kritik an Trump jedoch versäumt, „umso deutlicher die Schicksale der Millionen Iraner, der Minderheiten, der oppositionellen Filmemacher und der kritischen Schauspielerinnen sowie der LSTB an(zu)klagen, die vom antisemitischen Regime inhaftiert, gefoltert oder ermordet wurden oder aus dem Land fliehen mussten und noch im Ausland vom Regime bedroht und terrorisiert werden“. Dementsprechend nahm das Mullah-Regime, dessen staatlich kontrollierte Medien über die Oscar-Preisverleihung (selbstverständlich in zensierter Form) ausführlich berichteten, Farhadis Film sowie seine Botschaft gegen den „Extremismus und fanatisches Verhalten“ der Trump-Regierung mit Wohlwollen und Freude zur Kenntnis.
Dabei wäre spätestens seit dem preisgekröntem Film „Taxi Teheran“ von Jafar Panhahi eine kritische internationale Öffentlichkeit für die Repression gegen iranische Filmschaffende und die restriktiven iranischen Produktionsbedingungen schon einigermaßen sensibilisiert gewesen. Schweigen zu den Verhältnissen im Iran kann für die Betroffenen sehr gefährlich werden. Wahrscheinlich wird auch der bereits mit Berufs- und Ausreiseverbot belegte Jafar Panahi nur noch wegen seines internationalen Bekanntheitsgrades vor dem direkten Zugriff islamistischer Tugendwächter geschützt. Weniger, nicht über ein Fachpublikum hinaus bekannte KünstlerInnen waren und sind dagegen ganz direkt von Gefängnis und Folter betroffen. Stellvertretend für viele weitere verfolgte KünstlerInnen im Iran sei an den Regisseur Keywan Karimi erinnert, der seit November 2016 wegen seines Films „Writing on the City“ zu 1 Jahr Gefängnis sowie 223 Peitschenhieben verurteilt worden ist. Ein ähnliches Schicksal dürfte bei Rückkehr in den Iran wohl auch die beiden Musiker erwarten, die in dem illegal produzierten Dokumentarfilm „Raving Iran“ die Hauptrolle spielten und dabei glücklicherweise Zuflucht in der Schweiz gefunden haben. Die Liste ließe sich fortsetzen. Mit seinem sehr einseitigen Protest hat Asghar Farhadi all diesen Menschen nicht nur keinen Dienst erwiesen. Er hat mit seinem Filmerfolg auch zur Aufwertung des islamistischen Massenmörder-Regimes beigetragen und durch seinen Boykott dem iranischen Antiamerikanismus Vorschub geleistet. Da Farhadi seine persönlichen künstlerischen Freiheiten im Iran offenbar ausreichend verwirklicht sieht, könnte die Schlussfolgerung an dieser Stelle also auch lauten: Boykottiert „The Salesman“!

Einen tieferen Einblick in den Themenkomplex „Iranisches Kino“ bietet Tobias Ebbrecht-Hartmann mit seinem bei extrablatt erschienenen Text „Europäische Sehnsucht und iranischer Kulturexport“ sowie sein Beitrag „Faszinierende Ambivalenz – Die Liebe zum iranischen Kino und die kulturelle Bedeutung des Appeasements“, der in dem Buch „Iran im Weltsystem“ erschienen ist.

Iran vs. Deutschland (2004) – Ein Freundschaftsspiel

In der Eröffnungszeremonie beim Länderspiel Iran -Deutschland zeigt sich, worin bei vielen Iranern die innige Verbundenheit zum deutschen Volk begründet liegt.

© ZDF | Deutschland zu Gast bei Freunden

Die Berlinale und die europäisch-iranische Kulturpolitik

Dokumentation eines 2009 gehaltenen Vortrags von Tobias Ebbrecht-Hartmann zum unkritischen Umgang der Berlinale mit iranischen Filmproduktionen. Ein weiterer Vortrag von Kia Kiarostami beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen für Filme im Iran und den Protesten während der Berlinale 2009. Das aktuelle Programm der Berlinale findet sich hier.

Iraner in Deutschland: Das Regime verfolgt seine Kritiker

panorama 15.10.2009

Der Gottesstaat und die Bombe

Dokumentation – 30 min., D 2009
Film von Peter Mezger und Natalie Durst

Dokumentation zum iranischen Atomprogramm, in der zwar der angeblich rein zivile Charakter angezweifelt, die Motivlage des Regimes aber nicht genauer untersucht wird. Der aggressive Antisemitismus, die Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und das Appeasement des Westens bleiben vollkommen ausgespart. Aber selbst ein nur in seiner Anlage kritischer TV-Beitrag wie dieser scheint 2015, dem Jahr des sogenannten Atom-Deal, nicht mehr denkbar. Die Charme-Offensive des iranischen Präsidenten Rohani, (der im Film noch als Verhandlungsführer auftritt), scheint alle moralischen Bedenken beiseite gedrängt zu haben. Letztendlich aber bedeutet die Rückkehr des islamistischen Mörder-Regimes in die Weltgemeinschaft vor allem eine klassische Win-Win-Situation, heißt: ein großes Geschäft. Und dabei wollen nach dem Fall der Sanktionen anscheinend auch oder gerade die Deutschen nicht zu spät gekommen sein.

Mittelstreckenrakete Shahab 3 auf einer Militärparade | © BR

Terroranschläge gegen Jüdische Gemeinde in Buenos Aires

auslandsjournal extra 29.01.2010

Satanische Verse – Die Affäre Rushdie

Dokumentation – 90 min., BBC 2008
Film von Janice Sutherland

Dokumentation zur Wirkung von Salman Rushdie’s Die Satanischen Verse. Die vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Chomeini 1989 verfügte und bis heute gültige Todesfatwa gegen Salman Rushdie und andere Beteiligte gilt als Auftakt des weltweiten Kampfes gegen Presse- und Meinungsfreiheit. Nach den blutigen Kampagnen gegen Theo van Gogh 2004 und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im Jahr darauf, zeigt der Hass auf „westliche Werte“ mit den Anschlägen in Paris und Kopenhagen im Jahr 2015 nun auch offen seine antisemitische Qualität.

„We will kill Salman Rushdie“ : 2016 erhöhten iranische Medienor-
ganisationen das Kopfgeld auf insgesamt 4 Mio. US-Dollar | © BBC