Tag-Archiv für 'ruth-beckermann'

Jenseits des Krieges

Dokumentation – 117 min., A 1996
Ein Film von Ruth Beckermann

Die Wanderausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944″ gastierte 1995 in Wien. Unter den Besuchern waren besonders viele ehemalige Soldaten der Wehrmacht, die vor der Kamera wie aus einem Lehrbuch alle möglichen Formen der Schuldabwehr durchexerzierten. Regisseurin Ruth Beckermann, im Film selbst zurückhaltend, ordnet dann auch in ihrem Drehtagebuch die größte Gruppe der Interviewten den Tätern, den „bystanders“, den Mitmachern und den Feiglingen zu. Eine gute Ergänzung zu Michael Verhoeven’s Film „Der unbekannte Soldat“, welcher sich tiefgehender mit den Inhalten der Ausstellung beschäftigt.

Veteranentreffen im ehemaligen Reichsgau Wien: „Nicht die SS!
Wehrmacht!“ | © Aichholzer Filmproduktion

Die papierene Brücke

Dokumentarfilm – 93 min., A 1987
Buch & Regie: Ruth Beckermann

Regisseurin Ruth Beckermann auf der Suche nach der eigenen Familiengeschichte und ihrer jüdischen Identität. Zugleich fängt sie die Situation der jüdischen Gemeinden Osteuropas der späten 80er Jahre sowie den unverhohlenen Antisemitismus österreichischer Mitbürger ein.

The missing image

Nach dem begeisterten Anschluss Österreichs im März 1938 fanden in Wien sogenannte „Reibpartien“ statt, bei denen Juden zur Volksbelustigung die Bürgersteige mit kleinen Bürsten abwaschen mussten. Die Filmemacherin Ruth Beckermann hat eine erst kürzlich aufgefundene Filmaufnahme zu einer Videoinstallation verarbeitet und schaut damit den Österreichern direkt ins Gesicht. Über den offenbaren Zusammenhang von deutschem Arbeitsethos und Antisemitismus, der in die Vernichtung der europäischen Juden unter der Parole „Arbeit macht frei“ führte, klären zwei Vorträge von Ulrike Becker und von Andrea Woeldike auf.